Dispositionskredit

Beim Dispositionskredit handelt es sich, streng genommen, um einen Kredit, der nur gelegentlich in Anspruch genommen werden soll. Wirtschaftlich wird er zu dem Zweck eingeräumt, um als Kontoinhaber kurzfristige Liquiditätsengpässe überbrücken zu können. Ein solcher Engpass kann entstehen, wenn das Gehalt später gutgeschrieben wird oder in einem Monat unerwartet hohe Ausgaben das Konto belasten. Viele Kunden nutzen den Dispositionskredit allerdings bis zur eingeräumten Grenze aus.

Kunden, die ihr Konto bis zum Limit des Dispositionskredits überziehen, können das Geld völlig flexibel zurückzahlen. Es existiert, anders als beim normalen Ratenkredit, keine feste Rückzahlungsvereinbarung in Form monatlicher Raten. Diese Tatsache macht den Dispo zu einem beliebten Finanzierungsmittel für Kunden. Grundsätzlich können Banken jedem Kunden einen Dispokredit einräumen. Im Normalfall ist aber ein regelmäßiges Einkommen für die Gewährung erforderlich. Die Höhe des Dispos richtet sich nach dem jeweiligen Einkommen. Viele Banken gewähren Dispokredite bis zu einer Höhe von 3 Monatsgehältern. Die Höhe kann aber mit der Bank grundsätzlich frei vereinbart werden.

Die Vor- und Nachteile eines Dispositionskredites

Der größte Vorteil des Dispositionskredites liegt auf der Hand. Kunden können das Konto, wie bereits erwähnt, bis zum eingeräumten Limit überziehen und das Geld flexibel zurückzahlen. Dadurch haben Kontoinhaber einen, zumindest begrenzten, finanziellen Spielraum und müssen nicht für jede Anschaffung einen Kredit aufnehmen. Da der Dispositionskredit von den meisten Kunden jedoch dauerhaft voll in Anspruch genommen wird, ergeben sich auch Nachteile. Der Dispositionskredit ist sehr teuer. Für das eingeräumte Limit berechnen Banken Zinsen von bis zu 15 % pro Jahr. Wird das Konto sogar über das Limit hinaus überzogen, können Zinsen von bis zu 19 % pro Jahr anfallen. Für Kreditinstitute ist das aus betriebswirtschaftlicher Sicht ein sehr gutes Geschäft. Für Verbraucher ist es dagegen sehr teuer und langfristig unrentabel.

Den Dispositionskredit sinnvoll nutzen

Ein Dispositionskredit sollte sinnvoll genutzt werden. Das bedeutet, dass er wirklich nur kurzfristig und bei Liquiditätsengpässen in Anspruch genommen werden sollte. Außerdem sollten Kunden nur bei den Banken einen Dispositionskredit beantragen, bei denen die Zinsen für Dispokredite nicht so hoch sind. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, da die Zinssätze von Dispokrediten variabel sind. Das bedeutet, dass eine Bank den Zinssatz jederzeit senken oder erhöhen kann. Wird der Dispositionskredit dauerhaft voll ausgeschöpft, ist es sinnvoller, ihn in einen Ratenkredit umzuschulden. Auf diese Weise lässt sich viel Geld sparen.