Forward-Darlehen

Kreditnehmer, die eine Baufinanzierung abgeschlossen haben, profitieren in der Regel von einer Zinsbindungsdauer. Das bedeutet, dass der Zins, der im Kreditvertrag vereinbart wurde, für eine bestimmte Dauer nicht geändert werden kann. Wurden im Vertrag zum Beispiel 4 % Zinsen mit einer Bindungsfrist von 10 Jahren vereinbart, zahlen Kreditnehmer die nächsten 10 Jahre diesen Zinssatz. Steigt der Marktzins, bleibt der im Darlehensvertrag vereinbarte Zinssatz unverändert. Aus diesem offensichtlichen Vorteil kann sich jedoch ein Problem bzw. ein Nachteil ergeben.

Wurde im Kreditvertrag der oben genannte Zinssatz in Höhe von 4 % vereinbart und der Marktzins liegt 2-3 Jahre vor Ablauf der Zinsbindungsfrist zum Beispiel bei 2 % mit der Prognose, dass der Zins in den nächsten Jahren deutlich ansteigt, ist das für Kunden problematisch. Sie können nämlich erst zum Ablauf der Zinsbindungsfrist ein neues Darlehen zu den dann gültigen Konditionen abschließen. Dieses Problem kann jedoch mit einem Forward-Darlehen gelöst werden.

Wie funktioniert ein Forward-Darlehen?

Mit einem Forward-Darlehen können sich Kreditnehmer schon 2-3 Jahre vor Ablauf der Zinsbindungsfrist die aktuellen Marktkonditionen sichern. Liegt der Zinssatz für Kredite aktuell zum Beispiel bei 2,5 %, können Kreditnehmer, deren Zinsbindungsfrist in 2-3 Jahren abläuft, ein Forward-Darlehen abschließen. Zum Ablauf der Zinsbindungsfrist beginnt dann eine neue Zinsbindungsfrist mit einem Zinssatz von 2,5 % (zzgl. eines geringen Aufschlags), die mit dem Forward-Darlehen vereinbart wurde. Das Forward-Darlehen ist also eine attraktive Möglichkeit der Zinssicherung.

Wann ist ein Forward-Darlehen sinnvoll?

Für Kreditnehmer, die eine Baufinanzierung mit einer Zinsbindungsfrist abgeschlossen haben, die in wenigen Jahren abläuft, ist das Forward-Darlehen ein hervorragendes Instrument, um sich die zukünftigen Zinsen zu sichern. Der Abschluss eines Forward-Darehens ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn zukünftig von steigenden Kreditzinsen ausgegangen wird. Mit einem Forward-Darlehen ist nämlich auch ein geringeres Risiko verbunden. Liegt der Marktzins zum Ablauf der Zinsbindungsfrist unter dem Zins, der im Forward-Darlehen vereinbart wurde, besteht keine Möglichkeit, von den niedrigen Marktzinsen zu profitieren. Das Forward-Darlehen ist sowohl für die Bank als auch für Kreditnehmer absolut bindend. Es handelt sich dabei in gewisser Weise also auch um eine Wette auf die zukünftige Zinsentwicklung.

Vor dem Abschluss eines Forward-Darlehens ist es sinnvoll, verschiedene Banken miteinander zu vergleichen. Die Einschätzungen zur zukünftigen Zinsentwicklung und somit auch die Konditionen für Forward-Darlehen unterscheiden sich zwischen den Banken teilweise erheblich.